Holzpelletgrill

27.02.2015

In Deutschland stehen Holzpelletgrills noch am Anfang ihrer Karriere, was vielleicht an den vielen offenen Fragen rund um das Grillen mit Pellets liegt. Wenn auch du bislang nicht so genau weißt, welche Vorteile ein Holzpelletgrill bietet, wie er funktioniert und was er kostet – hier gibt’s den Überblick.

Pelletgrill Memphis Elite (© Rösle)
Pelletgrill Memphis Elite (© Rösle)

Holzpelletgrill – mehr als nur ein Grilltrend

Bisher spaltet sich die deutsche Grillgemeinde in drei große Gruppen: die Holzkohle-Fans, die Gasgrill-Fans und die Smoker-Fans. Vergleichsweise klein ist die Anhängerschaft des Elektrogrills. Beim Holzpelletgrill treffen sich diese vier Lager sozusagen in der Mitte, denn er verbindet die vielen Vorteile des Gasgrillens mit dem begehrten „echten“ Grill- bzw. Raucharoma und wird zugleich elektrisch mit Strom betrieben. Sind Holzpelletgrills also die eierlegende Wollmilchsäue unter den Grills? Fast, denn es gibt einen wunden Punkt, an dem nicht alle Gefallen finden: den durchaus ambitionierten Anschaffungspreis. Doch der Reihe nach …

Das Prinzip des Grillens mit Pellets

Holzpellets sind dir vielleicht bisher nur im Zusammenhang mit Pelletheizungen ein Begriff. Die stäbchenförmigen Pellets für Heizungen und die Spezialpellets, die zum Grillen verwendet werden, unterscheiden sich zwar in den Anforderungen an Zusammensetzung und Qualität – das Prinzip ist jedoch gleich. Holzpellets sind ein CO2-neutrales, natürliches, sauberes, preisgünstiges und sicheres Brennmaterial mit hoher Energiedichte. Das heißt, es werden hohe Temperaturen bei geringem Verbrauch erreicht. Wie lange du mit einer Pelletfüllung auskommst, hängt von der Hitze und vom Modell ab – im Schnitt verbrennen Pelletgrills 0,25 -1,0 kg Pellets pro Stunde. Hinzu kommen die Stromkosten. Auch hier gibt es Unterschiede beim Verbrauch, ein Anhaltspunkt ist der Mittelwert von 45 W Strom pro Stunde für Zündung, Lüftung und Förderung der Pellets. Je nach Gerät ist ein Stromanschluss erforderlich oder alternativ ein Batteriebetrieb möglich. Die Rauchentwicklung ist dank der integrierten Lüfter, die den Rauch in der Grillkammer zirkulieren lassen, erfreulich gering. Die Hitze lässt sich nach kontrollierter Zündung per Glühstab zuverlässig halten, steuern und kontrollieren.

Die Marktführer: Rösle, Grillson & Co

Rösle Pelletgrill (© Rösle)
Rösle Pelletgrill (© Rösle)

Noch ist der deutsche Markt für Pelletgrills recht überschaubar. Relativ neu im Geschäft ist Rösle mit der Memphis-Reihe, während der Bob von Grillson schon etwas etablierter ist. Rösle hat mit dem Memphis, der als mobiler Grill und als „Built-in“ (Einbauversion) erhältlich ist, Gespür für zeitgemäße Innovationen bewiesen. Auch die Bobs von Grillson sind in mancherlei Hinsicht eine revolutionäre Ausnahmeerscheinung. Diese Pelletgrills der Luxusklasse funktionieren völlig anders und kommen ganz ohne Förderschnecke aus. Sie haben einen patentierten, besonders leistungsfähigen Brenner, eine Mischung aus Holzvergaser und Pelletbrenner. So lassen sich Spitzentemperaturen von knapp 500 °C erreichen, die eine Selbstreinigung (Pyrolyse) ermöglichen.

Ein fiktives Grillfest am Holzpelletgrill

Stell dir also vor, du besitzt einen Holzpelletgrill und hast Gäste zum Grillen eingeladen. Nun bieten sich dir diverse Möglichkeiten: Du kannst erst beim Eintreffen der Gäste loslegen und direkt oder indirekt grillen, aber auch ein Barbecue oder ein Pizzaessen vorbereiten – denn Smoken, Backen und Räuchern ist mit den meisten Pelletgrillstationen ebenfalls möglich. Entscheidest du dich fürs konventionelle Grillen, geht alles ganz schnell, denn der Grill kommt sofort in die Gänge und auf die erforderliche Temperatur. Das erspart hungrigen Mägen nicht enden wollende Wartezeiten. Das Handling ist sauber und komfortabel, und je nach Aroma der Pellets duftet es verführerisch nach Ahorn, Eiche, Hickory – oder traditionell nach Holzkohle. Alles lässt sich wie beim Elektroofen sicher justieren, dank Temperaturkontrolle weißt du bei größeren Fleischstücken jederzeit über die Kerntemperatur Bescheid. Für dich als Gastgeber ist die ganze Angelegenheit also ebenso entspannt wie für deine Gäste.

Pelletgrills sind genau das Richtige für dich, wenn du …

  • … dir mehr eine Outdoorküche als einen schlichten Standard-Grill wünschst,
  • … Rauch- und Holzkohlearoma magst, aber nicht gerne mit Kohle und Asche hantierst,
  • … einfache Handhabung und viel Komfort bevorzugst,
  • … jederzeit beim Grillen die volle Kontrolle haben möchtest,
  • … beim Brennmaterial und bei den Betriebskosten auf den Preis achtest,
  • … bei der Anschaffung jedoch bereit bist, recht tief in die Tasche zu greifen.

An dieser Stelle kommen wir also zur Achillesferse der Pelletgrills: Sie sind richtig teuer in der Anschaffung – ein mittlerer vierstelliger Betrag ist normal. Insofern musst du schon die absolute Bereitschaft haben, den hohen Preis im wahrsten Sinne des Wortes „in Kauf“ zu nehmen, um dich anschließend an den universellen Möglichkeiten deiner Grillstation zu erfreuen – getreu dem Motto, das Beste ist gerade gut genug. Oder – man gönnt sich ja sonst nichts.

 
 
 

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